Veranstaltungen
Hinweis: Eine Stornierung der Veranstaltungen ist nur bis einen Tag vor der Veranstaltung an der Tourist-Info im Haus der Insel möglich. Stornierungen werden mit 5,00 € pro Ticket verrechnet.
Donnerstag, den 05.11.2026
14:00 Uhr
Boßeln ist eine Sportart, die in unterschiedlichen Formen in verschiedenen Teilen Europas gespielt wird. Ziel des Spiels ist es, eine Kugel mit möglichst wenigen Würfen über eine festgelegte Strecke zu werfen. Boßeln zählt zu den klassischen Sportdisziplinen des Friesensports. Hochburgen sind Ostfriesland, das Emsland, Teile des Oldenburger Landes, die schleswig-holsteinischen Landesteile Dithmarschen und Nordfriesland, die Niederlande sowie Irland. Als Tiro de bola aragonesa wird es in der spanischen Provinz Saragossa gespielt, als Bocciaforte (auch Boccia su Strada, Boccia alla Lunga oder Boccetta su Strada) in Italien, als Irish Road Bowling in Irland, Kanada und den Vereinigten Staaten und als Krugeln in Huttwil im Schweizer Kanton Bern. Boßeln ist eine sehr "gesellige Mannschaftssportart" und fördert bei allem sportlichen Ehrgeiz besonders den sozialen Zusammenhalt. Zur Förderung der ostfriesischen Sprache werden alle Kommandos auf Plattdeutsch gegeben. Teilnahme ab 12 Jahren. Neu: Gruppenkarte/Boßel-Wildcard für max. 14 Personen, 100 € (Terminvereinbarung für Gruppen: Tel. 160 5362982). 12,00/8,00 €, Karten: Tourist-Info/Haus der Insel https://boßelkurse.de/
14:30 Uhr
Zentangle ist eine Wortschöpfung aus „Zen“ – Meditation und „tangle“ (verwoben). Strich für Strich entstehen auf einer kleinen Papierkachel wunderschöne Muster. Wenn Sie einen Stift halten und einen Strich, Kreis, Halbkreis und ein S malen können, steht Ihrem ersten Zentangle-Kunstwerk nichts mehr im Weg. Teilnehmen kann jede(r) ab einem Alter von 15 Jahren. Zentangle ist einfach, macht Spaß, entspannt und es gibt keine Fehler. Jede(r) kann es in kurzer Zeit lernen und das benötigte Material passt in jede Handtasche. Info: Angela Gessner, staunenswertes@t-online.de, 20,00 € inkl. Material, Karten: Tourist-Info/Haus der Insel.
20:00 Uhr
Wäre Langeoog keine Garnison der Wehrmacht gewesen, die Nordseeinsel sähe heute anders aus. Der Zweite Weltkrieg hat einerseits deutliche Spuren hinterlassen: den Hafen, die Militärsiedlungen, die Betonstraßen, auch das „Wäldchen“ und die Kriegsgräberstätten. Anderseits sind die gesellschaftlichen Folgen des nationalsozialistischen Krieges vergessen, verdrängt, verborgen. Jörg Echternkamp geht daher erstmals auf breiter Quellengrundlage der Frage nach, wie sich Militärpräsenz und Kriegsgewalt auf die Menschen auswirkten, die auf der Insel lebten und arbeiteten. So wirft er einen neuen Blick auf die Kriegsgefangenen und die polnischen Zivilarbeiterinnen, die hier Zwangsarbeit leisteten, und auf ihr Verhältnis zur Zivilbevölkerung. Um den Kriegsalltag der Langeooger, die Militärseelsorge des Inselpastors und die humanitäre Leistung der Seenotretter geht es ebenso wie um die Verfolgung einer „jüdischen“ Familie und die Denunziation von Mitbürgern wegen „Wehrkraftzersetzung“. Gegen Kriegsende wurde der Gewaltraum zu einem Zufluchtsort nicht nur für die weltbekannte Sängerin Lale Andersen („Lili Marleen“), sondern auch für Hunderte (volksdeutsche) Flüchtlinge. Nicht trotz, sondern wegen ihrer Randlage – so lautet das Argument – spielte die Insel von 1939 bis 1945 eine wichtige historische Rolle. Durch den mikrogeschichtlichen Ansatz werden Kriegsgewalt und NS-Diktatur in der Region, in Deutschland und im besetzten Europa besonders anschaulich. Prof. Dr. Jörg Echternkamp ist Leitender Wissenschaftlicher Direktor am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaft der Bundeswehr in Potsdam und apl. Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Zuletzt war er Gastprofessor in Warschau (Polen) 2025 und Klaipėda (Litauen) 2026. Echternkamp ist Autor der Reihe „Langeoog – Biographie einer deutschen Insel“, Bde 1-3, Berlin/Boston: De Gruyter, 2024-2025, Bd. 4 in Vorbereitung. 5,00 €, Karten: Tourist-Info/Haus der Insel